Jetzt ist es amtlich: Die Weinverluste wegen des Frosts vom Vorjahr schlagen durch auf den
Preis. Die ersten drei Weingüter sagen es in der SZ-Umfrage unumwunden, der Wein wird teurer.
Andere drücken sich noch um klare Aussagen. Aber wer guten Wein aus dem Elbland trinken will, muss
in diesem Jahr für den 2009er Jahrgang tiefer in die Tasche greifen. Als Erster hat Hoflößnitz-Chef
Jörg Hahn angesagt, dass er den ökologisch (weitgehend ohne Chemie) angebauten Wein um etwa zehn
Prozent teurer anbieten wird. Mitte April wollen die Hoflößnitzer um Kellermeister Felix Hößelbarth
mit dem Abfüllen starten. 5500 Liter sind in den Tanks und Fässern des Weinguts.
Wackerbarth hat bereits mit dem Abfüllen des Goldrieslings begonnen. Mit 200000 Flaschen wird es
halb so viel Wein wie vom Jahr zuvor sein, kündigt Geschäftsführerin Sonja Schilg an. Ihre Experten
mit Kellermeister Jörg Aumüller versprechen höhere Qualität, um die je Weinsorte um einen Euro
gestiegenen Preise zu rechtfertigen. Matyas Propocskai, Winzer in Coswig, spricht ebenfalls
Klartext: Um etwa 15 Prozent wolle er seinen in diesem Jahr rareren Wein anbieten. Er hatte bis zu
vier Fünftel Verluste an den Reben, wegen des Februar Frostes 2009. Ab Mitte April will der
Coswiger 6000 Liter abfüllen.
Die Preisanhebungen hatte Weinbauverbandschef Christoph Hesse kommen sehen. Begründet hatte er
dies schon im voraus mit der guten Qualität des Jahrgangs und den niedrigen Erträgen. „Klasse statt
Masse“ könne das Motto des diesjährigen Weinverkaufes lauten. Durch den warmen Spätsommer
entwickelten die Trauben einen sehr hohen Zuckergehalt. Wer das schon mal testen will, kann es im
Sörnewitzer Weinhaus Schuh. Dort sind die ersten Weine von 2009 bereits im Verkauf. Walter Schuh
habe die Preise nur ganz wenig angehoben, zwischen 30 und 50 Cent je Flasche, sagt er.
Im Weinhaus Förster in Radebeul wird ebenfalls bald der Verkauf der neuen Weine starten können.
Abgefüllt werden soll bis Ende März. Allerdings sind in Försters Weinberg im vergangenen Jahr außer
dem Kerner alle Trauben eingegangen. Die Preise werden daher steigen müssen, so Förster. Kaum
Spielraum beim Preis sieht dagegen Peter Bohn, Marketingchef des Weinguts Schloss Proschwitz. Nicht
jedes Problem der Winzer könne auf den Kunden übertragen werden, so Bohn. Die Weine vom vergangenen
Jahr wird der Prinz zur Lippe in Etappen abfüllen. Seit Anfang März sind frühe Sorten wie
Goldriesling erhältlich. Im April folgen die Kabinettweine und noch später die länger reifenden
Spätlesen.
Karl-Friedrich-Aust, Winzer in Radebeul, will seine Weine übers Jahr verteilt in die Flaschen
bringen. Die ersten Weine t sollen ab Mitte März abgefüllt und Anfang April verkauft werden. Eine
weitere Abfüllung erfolgt beim Radebeuler Winzer dann im Juli, den Spätburgunder gibt es gar erst
im November. Zu möglichen Preisveränderungen will sich Aust allerdings noch nicht äußern. Mit am
längsten Zeit von allen lässt sich Steffen Schabehorn vom gleichnamigen Weingut. Der Sörnewitzer
will seine neuen Weine nicht vor August oder September unter die Kunden bringen. Die Preise sollen
überwiegend gleich bleiben.
Quelle: Sächsische Zeitung